Fiasko Migration

 
Same Shit, Different Wrapping

Seit dem 01.01.2013 verfolge ich das Thema “Fiasko Migration” in meinem neuen Blog “Notizen aus der Provinz” weiter (!).

 


 


 

Eigentlich steht – zumindest aus meiner scheinschweizer Perspektive – zu dem, was unsere meineidigen Genossen für “Migrationspolitik” halten, alles Wesentliche bereits in den Texten von Franz Hohler geschrieben.

 

[31.12.12] Raten nach Zahlen

 

Von den Schreibkräften der Schweizerischen Depeschen-Agentur zu erwarten, dass sie sich zumindest rudimentäre Kenntnisse von den “Dublin-II”-Bestimmungen aneignen, bevor sie eine Meldung über deren (Nicht-) Umsetzung herausgeben, wäre wohl zuviel erwartet – zumal die (in mancherlei Hinsicht) fraglichen Verträge auch erst seit knapp vier Jahren in Kraft sind …

Zu erwarten, dass sie selbst lesen, was sie schreiben, wohl auch. Hätte ihnen doch sonst auffallen müssen können, dass das, was sie da melden, so, wie sie es melden, nicht all zu viel Sinn ergibt:

Es bleiben also rund 10’000 Asylsuchende übrig, die den Maschen des Dublin-Systems entgangen und untergetaucht sind. Viele der Verschwundenen würden ausreisen, erklärte Szöllösy [als Sprecherin des Bundesamtes für Migration].

Im “Migrantenstadl” weiss also keiner wirklich, wo zehntausend (im doppelten Wortsinne) Flüchtlinge abgeblieben sind, wohl aber, wo diese Menschen nicht sind, namentlich in der Schweiz … !?!

Klingt absurd. Ist es auch. Sagt sogar das Bundesamt:

Wie viele Abgewiesene untergetaucht sind, lässt sich logischerweise nicht sagen.

Na also, geht doch. Stammt aber auch nicht aus einer SDA-Meldung, sondern vom Journalisten Matthias Daum. Der hätte übrigens erkannt und kenntlich gemacht, wie die Aussage der BFM-Sprecherin zu verstehen sein dürfte: als politisch motivierte Spekulation.

Was dort zum Problem wird, wo die Grenze zwischen Faktum und Fiktion verwischt wird. Beispielsweise in einem Text, der von einer Nachrichten-Agentur publiziert und von vielen Zeitungen reproduziert wird. Ohne Kommentar, ohne Korrektur.

(Randnotiz: Während ich diese Anmerkungen verfasst habe, hat die Sonntagszeitung die fragliche SDA-Meldung vom Netz genommen. Warum auch immer …)

 

[02.12.12] Scheinsoziale Partei

Wer den Entscheid der SP Schweiz, einmal mehr vor den Ausländerfeinden zu kneifen das Asylreferendum nicht zu unterstützen, für “pragmatisch” hält, hat entweder keine Ahnung von deutscher Sprache – oder verfügt über einen sehr viel subtileren Zynismus als ich:

Dem Deutschem Duden nämlich gilt für “pragmatisch”, wer die Wahrheit und Gültigkeit von Ideen allein nach ihrem Erfolg bemisst.

Wer also dem politischen Gegner freiwillig und ohne Not das gesamte Spielfeld überlässt, mithin das Handeln über die Vernunft stellt, betreibt Pragmatismus “at it’s worst best”, stellt er faktisch doch das Ringen um Mehrheiten über die Suche nach dem richtigen Weg.

Und wenn dabei ein paar Menschen “Asylanten” ‘draufgehen – dafür gibt es im Wörterbuch das schöne Wort vom Kollateralschaden.

 

[27.11.12] Mach mal ‘n Punkt!

 

Dass die Migros keine Freude an Kunden hat, die Solidarität mit Asylbewerbern zeigen wollen, überrascht mich längst nicht mehr – sehr wohl aber, dass es Menschen gibt, die sich davon nicht abschrecken lassen. Ein paar besonders renitente Kundinnen der Genossenschaft erdreisten sich gar, Cumulus-Punkte zu sammeln und deren Geldwert auf die Unterstützung von Nothilfebezügern zu verwenden.

Wer dazu beitragen möchte, kann seine offizielle Migros-Karte mit “Soli-Codes” aufhübschen oder ganz durch eine “rote Karte” ersetzen.

Nachdem aber, wer sich derartige Eigenmächtigkeiten gestattet, in humanitären Entwicklungsgebieten wie beispielsweise Ebnat-Kappel bei jedem Kassengang von neuem genötigt wird, sein abnormes Verhalten zu rechtfertigen, gibt es auch noch “Plan B”: die “permanente Begünstigung” von Cumulus-Konto 2099367493783, durch die auch normal gesammelte Punkte der Solikarte gutgeschrieben werden.

[01.12.12] Plan B, 2. Auflage

Wer glaubt, die “Migroben” seien eigenartig, sollte sein (Un-) Glück mal bei der Coop versuchen: selbstverständlich stösst auch dort jeder Versuch, wenigstens “punktuell” Solidarität mit Asylbewerbern zu zeigen, auf unmässige Begeisterung – diesmal jedoch kombiniert mit einem Reglement, das wohl nur einen Deutschen zu begeistern vermag.

Soll heissen: um der bereits vorhandenen “SoliSuperCard” zu Punkten zu verhelfen, dürfen weder “SoliCards” noch “SoliCodes” genutzt werden, und auch eine “permanente Weiterleitung” regulär gesammelter Punkte ist nicht möglich. Der (nota bene: zahlende) Kunde soll schliesslich nicht durch zuviel Service verweichlicht werden.

Ein Schlupfloch gibt es aber auch in diesem System: die “manuelle Schenkung” zu Gunsten von SuperCard-Konto 2501049581690 – wobei nur die Leere des eigenes Punktekontos wiederholtem “Lochschlupfen” entgegensteht.

In diesem Sinne: fröhliche Weihnachtseinkäufe …

 

[19.11.12] Blutzoll

 

Dass die Asylverweigerungspolitik der modernen Schweiz alles verhöhnt, was in diesem Land jemals an humanitären Traditionen existiert haben mag, weiss jeder, der es wissen will, seit langem. Wie ignorant und zynisch aber inzwischen auch die (selbsternannten) “Gralshüter der veröffentlichten Meinung” geworden sind, wird zumindest mir erst langsam bewusst:

Dieser Tage hat der dritte Asylbewerber in etwas mehr als drei Monaten Selbstmord begangen (- Opfer vom 08.08.12, Opfer vom 12.11.12, Opfer vom 17.11.12 …), weil die schweizer Behörden ihnen alles verweigert haben, was auch nur im entferntesten nach einer zumutbaren Lösung ausgesehen hätte.

Und was geschieht? Nichts.

Kein Medienschaffender fühlt sich bemüssigt, offensichtliche Zusammenhänge aufzuzeigen, geschweige denn: endlich einmal die Frage zu stellen, wieviel fremdes Blut die Schweizer ihrer Wir-wollen-keine-Ausländer-sondern-nur-deren-Geld-Politik zu zollen gewillt sind …

Dazu fällt mir nur noch Volker Pispers und seine Aufzählung von den “Berufsgruppen, die die Welt nicht braucht” ein. Wer allerdings auf dessen Liste fehlt: Journalisten, die zu feige oder zu faul sind, ihre Arbeit zu machen – denn wer schweigt, macht sich mitschuldig.

(Explizit davon ausgenommen seien die Menschen hinter dem Film Vol Spécial.)

 

[04.11.12] Falsche Freundin

 

Pascale Bruderer verteidigt in ihrer Rolle als Ständerätin den Widerstand der SP (!) gegen das Asylreferendum.

Wenn sie damit eine Vorstellung von linker Politik zum besten gibt, angesichts derer sich Arnold Künzli im Grab umdrehen würde, kann man dies als Problem abtun, dessen Lösung bereits absehbar ist, werden Künzli’s Gefolgsleute doch auch nicht jünger …

Wenn nun aber die Präsidentin des Vereins der Freunde des Zentrums für Demokratie unmissverständlich begrüsst, dass – wohl gemerkt: – ohne reale Not ein Notstandsgesetz erlassen worden ist, so lässt sie damit nicht nur politische Schizophrenie im Akutstadium erkennen – sie verhöhnt damit auch all jene, die das Zentrum für Demokratie ernstnehmen, denn …

Am ZDA treffen sich qualifizierte Forscherinnen und Forscher, interessierte Kreise und neugierige Bürger und Bürgerinnen aus der ganzen Welt, denen Demokratie und ihre Entwicklung am Herzen liegen.

(Zitat von der Web Site des Zentrums)

 

[19.10.12] Ich gestehe …

 

          Die von Ugugu gestartete Suche nach dem ultimativen Plakat (für das Referendum) hat mich irgendwie an eine Postkarte aus meiner Kindheit erinnert.

Aber vielleicht sollten wir einfach, wie von Daniele Ulrich indirekt vorgeschlagen, die alten schweizer 100-Franken-Noten wieder in Umlauf bringen.

 

[17.10.12] Die tun nix …

 

… die wollen nur spielen.

Wie sonst kann mensch verstehen, wo AI, HEKS und andere vorgeblich den Menschenrechten verpflichtete Gruppierungen sich in bezug auf das Asylreferendum positionieren: im totalen Abseits.

Mich überrascht solches allerdings nicht wirklich, habe ich das Nichtstunwollen dieser und ähnlich Scheinengagierter im Kontext meiner Arbeit in der “Asylantenentsorgungsstation” Girlen ob Ebnat-Kappel (wie auch danach …) doch sehr viel intensiver miterlebt, als mir lieb gewesen wäre.

Aber ich hätte wohl gleich beim Tierschutz um Hilfe bitten sollen – es ging (und geht) schliesslich um “Asylanten”, nicht um Menschen …

 

[23.10.12] Wo ist links?

Nachdem inzwischen sogar Jay Badran zu “Realpolitik” (v)erklärt, was andere für Appeasement halten, sei an dieser Stelle vermerkt, dass ich die politischen Linken zunehmend als gruselig empfinde, mich aber dennoch selbst als linken Intellektuellen bezeichnen würde – wenn auch (nur) in der von Arnold Künzli skizzierten, hier nach Ueli Mäder zitierten “Verortung”:

Unter “links” verstand [Arnold Künzli] eine Theorie und Praxis, “die aufrichtig eine Empanzipation von Individuum und Gesellschaft aus bestehender Unmündigkeit und Unfreiheit anstrebt”.

Die vorsätzliche Vermeidung von Debatten, die für unsere Gesellschaft von grundsätzlicher Bedeutung sind (oder eben: wären), hat damit weniger als nichts zu tun.

 

[12.10.12] Mythos Humanität

 

Wäre Helvetia real, hätte sie das Ermächtigungsgesetz, mit dem die in jeder Hinsicht letzte Revision des Asyl(verhinderungs)rechts durchgeprügelt worden ist, zweifellos als veritablen Arschtritt empfunden. Aber ein Mythos kennt keinen Schmerz …

Und auch, dass mit dieser politischen Schandtat die humanitäre Tradition der Schweiz endgültig in’s Jenseits von Sagen und Legenden befördert worden ist, dürfte wohl nur Geschichtsfanatiker und andere Ewiggestrige beunruhigen, gilt für moderne Menschen doch das Mantra derer frei von Sinnen:

Wenn jeder nur an sich selber denkt, ist am Ende an alle gedacht.

Warum also an ein Referendum Nerven, Zeit und Geld verschwenden? Warum ein Häuflein Aufrechter unterstützen, das geradezu um Aerger bettelt? (Und ich weiss genauer, als mir lieb sein kann, wovon ich da rede …)

Gewiss nicht, weil ich an den Nutzen oder gar Erfolg einer Volksabstimmung über die zehnte Revision des Asyl(verweigerungs)gesetzes glaube – zumal damit keine der neun vorhergehenden Kastrationen des Asylwesens auch nur in Frage gestellt werden. Worin aber liegt der Sinn, böse gefragt, ein totes Pferd zu striegeln – anstatt es endlich zu begraben?

Doch genau darum geht es bei diesem Referendum – mir zumindest: eine öffentliche Debatte darüber herbeizuführen, ob die zynische Bewirtschaftung von menschlichem Elend wirklich alles ist, was “echte wie falsche Schweizer” sich noch unter Humanität vorstellen wollen. Und diesmal müssen die Eidgenossen selbst nachdenken, haben die Volksvertreter doch quasi kollektiv ihren Bankrott erklärt.

Ob allerdings überhaupt noch möglich ist, eine seit viel zu langer Zeit von ebenso primitiver wie perfekter Demagogie, pathologischen Wahnvorstellungen, systematischer Geschichtsklitterung und professionellem Sprachmissbrauch vergiftete Debatte auf sinnvolle, will sagen: von Realität und Vernunft bestimmte Weise zu führen, muss zumindest in Zweifel gezogen werden.

Aber wenn nicht wir es versuchen, wer dann?

 

[16.05.12 ff.] Querverweise

 

 

[12.05.12 ff.] Gedankensplitter

 

  • Nicht die Ausländer haben aus dem Asylwesen ein Unwesen gemacht, sondern die Inländer.
  • Wie zynisch sind wir geworden, dass wir den Kategorischen Imperativ zwar anderen predigen, aber selbst nicht einmal mehr versuchen, danach zu leben?
  • Eine Handvoll Unmenschen, denen der Zweck jedes noch so perfide Mittel heiligt, kann eine ganze Gesellschaft zerstören, solange deren Mitglieder glauben, Probleme liessen sich dadurch lösen, dass mensch seine Augen vor ihnen verschliesst.

 

[(16.03.12)] Sprache als Waffe

 

Leider völlig zurecht, hat mich heute Prof. Ueli Mäder darauf hingewiesen, dass es ebenso üblich wie übel ist, sich den vom Soziopathisch-Völkischen Proletariat geprägten Sprachmissbrauch zueigen zu machen. Konkret sieht der aufgeklärte Soziologe im Begriff des “Asylanten” eine Verunglimpfung aller Migranten – von den Freunden des geistigen Sonnenuntergangs offenkundig gewollt, von allen anderen (mich bis dato eingeschlossen) sehr viel häufiger akzeptiert als reflektiert.

Letzteren Begriff, vom lateinischen “migrantis” für “wandernd” abgeleitet, halte ich in diesem Sinne für besser, weil nicht wertend, wohl aber inhaltlich treffend, suchen die meissten der als solche diffamierten “Asylanten” doch in Wahrheit einen Weg, sich und ihren Familien mit legaler Arbeit ein Auskommen zu sichern, ihnen vielleicht sogar ein Leben in Würde möglich zu machen. Sicherlich gibt es vereinzelt “Schnorrer” – aber (auch) in dieser Hinsicht sind die Ausländer nicht anders als die Inländer …

 

[16.06.12] Riding A Dead Horse

 

In offenkundigem Gegensatz zu all den Nationalräten, deren neuerliche Schändung der Helvetia wir (hoffentlich) noch bitter bereuen werden, habe ich in den vergangenen Monaten (im “Straflager” Girlen ob Ebnat-Kappel) häufig und lange mit inzwischen auch von Bundesbern offiziell als “Asylanten” diffamierten Menschen diskutiert: über die Angst vor den eigenen Landsleuten, über das “Streben nach Glück”, über die Realitätsverweigerung der “echten Schweizer” …

Was daraus an Ueberlegungen entstanden ist, habe ich – auf Bitten einer St. Galler Kantonsrätin, die sich selbst dazu äussern möge – in einem Brief an Simonetta Sommaruga ausformuliert. Allerdings bezweifle ich, dass meine Worte jemals bis zur Bundesrätin vorgedrungen sind, treiben sich doch gerade in den Vorzimmern der Macht (all zu) viele Anhänger des politischen Surrealismus herum …

Noch bin ich allerdings nicht dazu bereit, diesen Wahnsinnigen das Schicksal von uns “BFM-Verwalteten” widerstandslos zu überlassen; noch glaube ich an die Macht klarer Gedanken im Kampf gegen den Irrsinn – Kant steh’ mir bei:

 

 

[28.07.12] Verbale Untiefen

 

David Sieber, Chefredaktor der “Südostschweiz”, stellt mich vor ein Rätsel …

Einerseits zeigt er in seiner Kritik des schweizerischen Asylunwesens ein Mass an Einsichtsfähigkeit, wie es leider nur von einzelnen wenigen unserer sogenannten Volksvertreter erreicht wird (- aus welchen Gründen auch immer):

Asylsuchende auf Nothilfe zu setzen und in Minimalzentren zu pferchen, nimmt ihnen den letzten Rest an Würde. Ohne Würde wird der Mensch zum Tier. So gesehen ist die Asylpolitik unmenschlich.

Andererseits gibt der selbe “Sprach-Nutzer” vor, sich weder der Entwicklung noch der Gefährlichkeit des Unwortes vom “Asylanten” bewusst zu sein.

Einem Amateur könnte ich das als Naivität des Ahnungslosen durchgehen lassen. Aber von einem Professionellen erwarte ich, dass er wenigstens George Orwell’s Aufsatz über den Zusammenhang von Sprache und Politik gelesen und verstanden hat:

But if thought corrupts language, language can also corrupt thought.

 

[22.07.12] Und es geht doch …

 

Man könnte fast meinen, den Neuen Luzernern sei im Nachhinein klar geworden, dass sie mit aktiver Beihilfe zu geistiger Brandstiftung ihre Zeitung in gefährliche Nähe zu WahnWoche und NixBlick gerückt haben. Und wenn auch der journalistische Wagemut nicht weit genug gereicht hat, um die absurde Tirade von Blocher’s Knecht (siehe unten) ernsthaft mit der schweizerischen Realität abzugleichen, so belegt der (schamhaft im Regionalteil versteckte) Bericht über “Zwei Welten unter einem Dach” doch einmal mehr, was jedem denkenden und fühlenden Menschen ohnehin bewusst ist:

Das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Flüchtlingen [kann] gut funktionieren

- wo deren Begegnungen und Beziehungen geprägt sind von “mutual respect and understanding”, wie ich hinzufügen möchte. Letzterer Gedanke stammt allerdings nicht von mir, sondern von Marthe Kiley Worthington, die vor zehn Jahren schon sehr viel weiter war, als Blocher, Brunner und all die anderen “Verirrten und Verwirrten” jemals kommen werden. Was insofern keinen überraschen sollte, als Marthe primär mit arabischen Pferden arbeitet – und die “wissen” über soziales Verhalten nun einmal erkennbar mehr, als unsere pseudo-bürgerlichen Schein-Politiker jemals verstehen werden …

 

[09.06.12] Wir sind auch …

 

… nicht normal.

So könnte man zusammenfassen, was ein offensichtlich krankes Hirn letzhin im Tagblatt hat ausbreiten dürfen – wobei ich unterstelle, dass weniger rechtslastige Zeitungen derart wirres Geschreibsel vernünftigerweise den darauf spezialisierten Blocher-Medien (WahnWoche, BlaZ) überlassen hätte …

Wie auch immer: “Leserbriefe” wie dieser zeigen, wohin die ebenso fakten- wie fremdenfeindlichen Hasskampagnen von SVP und FDP führen können. Immerhin scheint “Volkes Stimme” dadurch zu der Ansicht gebracht worden zu sein, – nota bene: – “Ausländer” würden besser behandelt als Inländer. Da verkommt selbst der Begriff Schwachsinn zum Euphemismus …

Daraus die Forderung abzuleiten, Ausländer seien (noch) härter anzufassen, ist zwar folgerichtig – zeigt aber eigentlich nur, dass “Volkes Stimme” viel (zu viel) über diese “Eindringlinge” redet – aber nicht einen Satz mit ihnen. Wozu auch: Kontakte mit der Realität gefährden bekanntlich die eigenen Vorurteile …

Potential hat allerdings die für das Verlangen nach mehr Härte gegebene “Begründung”, dass nämlich für Aus- und Inländer “der gleiche Massstab” gelten müsse: Wer so argumentiert, der verlangt mit der Internierung von ausländischen Schwarzfahrern faktisch auch die Internierung von inländischen “Zu-Schnell-Fahrern” (- dass dabei offenkundig nur von letzteren eine Gefahr für Dritte ausgeht, lassen wir jetzt mal beiseite) …

Fehlt eigentlich nur noch der Vorschlag, das Appenzell einzuzäunen, damit wir auch genug “Lagerplatz” für alle haben. Archipel Chulag, sozusagen.

 

[03.06.12] Geistige Brandstiftung

 

In der Bevölkerung brennt es (…)
Die Sicherheit der schweizer Bevölkerung ist gefährdet.

Mit diesen und anderen Demagogie-Versuchen hat sich Toni Brunner, intellektueller Wurmfortsatz des politischen Blinddarms Christoph Blocher, heute in die (gedruckte) Sonntagsausgabe der Luzerner Zeitung entleert. Dass dabei viel “Braunes” zum Vorschein gekommen ist, hat mich nicht wirklich überrascht, lebe ich doch in Brunner’s, nun ja, Dunstkreis …

Auch habe ich nicht ernsthaft erwartet, dass der (angebliche) SVP-Chef endlich klarstellt, wer seit Jahr und Tag die Bevölkerung systematisch zur Fremdenfeindlichkeit zu erziehen versucht, beispielsweise durch endlose Schein-Debatten über “Probleme”, die überhaupt nur in den Wahnvorstellungen gewissenloser Pseudo-Politiker existieren, wer also, um im Bild zu bleiben, eigenhändig das Feuer gelegt und geschürt hat, von dem inzwischen tatsächlich ernsthafte Gefahren für die Eidgenossenschaft ausgehen: niemand anderes als das Soziopathisch-Völkische Proletariat, mit gelegentlicher Unterstützung derer frei von Sinnen

Ein solches Nicht- beziehungsweise, dank Brunner, nunmehr Noch-Nicht-Problem ist die Selbstjustiz der Bevölkerung, hier vor allem im Kontext “ungebetener Gäste”. Hört man den (zweit-) obersten Soziopathen reden, könnte man meinen, die Gründung eines “Kuh-Klux-Klan” stünde unmittelbar bevor:

Regierung und Parlament müssen aufpassen, dass es nicht zu Selbstjustiz der Bevölkerung kommt (…)

Nicht, dass das irgend etwas mit der Realität unserer heutigen Schweiz zu tun hätte. Aber wenn die SVP diese “braune Masse” lange genug wiederkäut, werden wir die ersten “Pogrömli” eher früher als später erleben (müssen). Nur, dass dafür dann keine Ausländer verantwortlich sein werden – sondern verantwortungslose Hass-Prediger wie der Schweizer Toni Brunner.

So gesehen, bin ich durchaus ein Freund der von SVP, FDP und (noch) Schlimmeren vorgeschlagenen Internierungslager – zumal ich dank Brunner’s geistigen Genossen (VSGP-Chef Beat Tinner, KOMI-Chef Roger Hochreutener, Asozial-Dienstleister ABS) bereits reichlich Gelegenheit hatte, Vorformen davon kennenzulernen: was in den “Asyllagern” von Ebnat-Kappel, Zuzwil und Ennetbühl vor sich ging und geht, hat nicht das geringste mit menschenwürdiger Behandlung zu tun, dafür sehr viel mit dem Versuch, “Asylanten” wie Kriminelle zu behandeln – selbst, wenn deren einziges “Verbrechen” darin bestanden hat, Helvetia auf die Füsse getreten zu sein (und das auch noch mit leerer Brieftasche …).

Dergestalt interniert sehen möchte ich allerdings (nur) jene Unmenschen, die, wenn auch vom Wahn getrieben, so doch aktiv zur Untergrabung der Fundamente beitragen, auf denen die Eidgenossenschaft seit jeher ruht – denn wer faktisch versucht, Humanität durch Rassismus zu ersetzen, gefährdet unsere Gesellschaft weit mehr als jeder Ausländer. Solche Volksverhetzer gehören hinter Schloss und Riegel – zum Schutz all der normalen Menschen, die in der Schweiz in friedlichem Miteinander leben wollen.

 

[31.05.12] “CHumanität” ist …

 

… wenn man Menschen, äh, “Asylsuchende” mit Vorsatz schlecht behandelt, um sie gefügig zu machen. Und nein, dass stammt nicht von Tomás de Torquemada, sondern vom momentanen Anführer derer frei von Sinnen, Philipp Müller – was auch nichts entschuldigt, aber doch vieles erklärt.

Aber eines muss man Meister Müller lassen: selten hat ein Mitglied der “politischen Klasse” so unmissverständlich deutlich gemacht, von welch unmenschlichem Menschenbild sich die schweizerische Migrationsnichtpolitik seit viel zu vielen Jahren verleiten lässt.

 

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