SVP stoppen!

 
Same Shit, Different Wrapping

Das Treiben der “Partei ohne Volk” kommentiere ich seit dem 01.01.2013 in meinem neuen Blog “Notizen aus der Provinz” unter der Rubrik “Demagogie”.

 


 

“Mit seinen fremdenfeindlichen Kampagnen verdummt Christoph Blocher die Menschen.”

(Jean Ziegler)

“Die SVP nützt die Demokratie aus, um sie zu relativieren.”

(Peter Bichsel)

“Wenn man keine Ideen hat, muss man Aengste schüren.”

(Urban Priol)

 

Querverweise

Nachdem es beim Skandal Blocher vs. Hildebrand vor allem um ein Medienunwesen geht, das sich von einem Möchtergern-Machiavelli und dessen Spiessgesellen in einer Art und Weise hat benutzen und missbrauchen lassen, angesichts derer selbst die FDJ-Sekretärin a.D. Angela Merkel vor Neid erblasst sein dürfte, äussere ich mich dazu auf der Seite Medien vs. Qualität.

Wie sehr auch wir normale Menschen uns bereits an den von Blocher und Konsorten quasi zur Kunstform erhobenen Sprachmissbrauch gewöhnt haben, zeigt sich exemplarisch im Beitrag über das Unwort vom “Asylanten”.

 

[15.12.12] Zottel vs. Flaumer

 

          Was den SVP-lern ihre Zottel, sei den “Selbst-Denkern” ihr Flaumer

 

[16.11.12] ExtraPlatt

 

Ironie ist, wenn ausgerechnet die Blöd-Zeitung der Schweiz (und dann auch noch als einzige) erklärt, wie der Sondermüll des völkischen Proletariats fachgerecht zu entsorgen ist. Dazu verfrachte man selbigen in einen nicht-frankierten Briefumschlag, kennzeichne den mit Refusé und adressiere ihn an:

SVP – Generalsekretariat, Postfach 8252, 3001 Bern

[28.11.12] Kritikunfähigkeit für Anfänger
          Weil ich sehen wollte, wie die Selbsternannte Volks-Partei auf den Widerstand gegen ihr Hetzblatt reagiert, habe ich meine Rücksendung mit einem Absender versehen – und sei es nur, um den “pösen Purchen” wieder einmal Gelegenheit zu geben, sich so zu verhalten, wie ich es von ihnen erwarte …
Aber wenigstens stört es in Toni’s Dorf keinen, wenn man Sondermüll im Kachelofen verbrennt.

 

[30.09.12] Appeasement 2.0

 

Wer sich heute darüber erstaunt zeigt, dass auch reihenweises Einknicken ansonsten vernünftig Politisierender eben nicht vermocht hat, die Demagogen des Soziopathisch-Völkischen Proletariats versöhnlicher zu stimmen, dem ist eine wesentliche Lektion unserer Geschichte wohl komplett entgangen:

Dass nämlich Beschwichtigungspolitik überhaupt nur dort Erfolge zeitigen kann, wo ein Aggressor wenigstens offen dafür ist ist, friedliche Lösungen in Betracht zu ziehen – ein Vorwurf, den der SVP und ihrer ausserdemokratischen Opposition längst kein Mensch mehr machen würde, der noch einigermassen bei Verstand ist.

 

[30.08.12] AKW Toggenburg

 

Nachdem Toni Brunner zwecks Bestrahlung Beleuchtung der viel zu vielen Ausländer, welche sich in die Eidgenossenschaft einschleichen, um hier “echten Schweizern” als Sündenböcke für alles und jedes dienen zu dürfen (aber ich schweife ab …), inzwischen sogar ein eigenes Atomkraftwerk fordert (das unser beider Wohngemeinde sicherlich zusätzliche Strahlkraft verleihen würde …), schlage ich vor, das Signet der “quakenden Verbindung” entsprechend anzupassen:

 

 

[12.08.12] Feuerlöscher (II)

 

          Nachdem SVP-Inhaber Blocher einmal mehr eine “widerliche Kampagne” angekündigt hat (- als ob die Soziopathen jemals etwas anderes zustande gebracht hätten …), möchte ich hiermit auf ein wirksames Gegenmittel hinweisen, das dankenswerterweise von Brigitte Obrist ausgegeben wird.

In diesem Sinne: lasset uns kleben!

 

[30.07.12] Feuerlöscher (I)

 

Nachdem

  • einerseits das Soziopathisch-Völkische Proletariat damit gedroht hat, einmal mehr sämtliche Eidgenossen mit ihren Brandbriefen anzuzünden,
  • andererseits auf Twitter das Gerücht kursiert, Briefe mit der Aufschrift RETOUR würden von der Post nicht verarbeitet, sondern entsorgt,

habe ich mir gestattet, real existierende “Posties” abzufangen und zu befragen … und, oh Wunder, deren Auskünfte waren ebenso klar wie deutlich:

Mit der Aufschrift ANNAHME VERWEIGERT ungeöffnet an die Post zurückgegeben, werden auch gewöhnliche Briefsendungen an deren Absender rücküberstellt – und zwar gegen faktisches Strafporto (!).

Ihr wisst also, was zu tun ist …

(Meinen Dank an @Ugugu für seinen Hinweis auf die hochoffizielle Leistungsübersicht der schweizerischen Post – die in Sachen “Retourkutschen” vollumfänglich bestätigt, was die Mitarbeiter haben verlauten lassen.)

 

[31.07.12] Wer um Antwort bettelt …

Auch wenn ich Brunner’s “Verirrten und Verwirrten” prinzipiell alles zutraue: mit soviel Naivität habe ich dann doch nicht gerechnet …

Das angedrohte Hetzschreiben enthält (neben vielem, das zu kommentieren sich wahrlich nicht lohnt) auch den überaus interessanten Aufdruck GESCHAEFTSANTWORTSENDUNG / NICHT FRANKIEREN – was, in verständliches Deutsch übersetzt, schlicht bedeutet, dass um Retournierung des Pamphletlis gebeten wird, und zwar ausdrücklich auf Kosten des Empfängers (!).

Es gibt Angebote, die kann man einfach nicht ablehnen … also, Leute: ordentlich ausfüllen – und ab dafür!

(Meinen Dank an @toaschti für ihren Hinweis auf die offizielle Seite von Toni Brunner als Parlamentarier – womit öffentlich gemacht ist, was ich nicht habe ausplaudern wollen.)

 

[31.07.12] “How to go postal” ***

Nach folgendem, per E-Mail geführten Dialog ist mir zumindest klar, wie die Post zu ihrem, sagen wir mal: entwicklungsfähigen Image gekommen ist:

Kunde (= ich): Was passiert eigentlich, wenn ich unerwünschte Partei-Werbung (als Briefpost getarnt) “zur Strafe” unfrankiert retour gehen lasse?
Kundendienst: Besten Dank für Ihre Anfrage. – Das Anliegen ist mir nicht verständlich. Was genau wollen Sie machen?
Kunde (= ich): Vielen Dank – aber ein (anderer) Post-Kunde hat meine Frage zwischenzeitlich beantwortet, und zwar durch Verweis auf: [Link auf ein Dokument auf der Web Site der Post]
Kundendienst: Besten Dank für die prompte Rückmeldung. – Haben Sie Fragen? Unser Kundendienst ist gerne für Sie da.

Dass wir uns recht verstehen: auf die Männer und Frauen, die mir bei jedem Wetter meine Post nachtragen, lasse ich nichts kommen (!). Nur solche “Bürogummis” – die braucht wirklich keiner …

 

[15.05.12] Sprachverwirrung

 

Früher galt als Vandale, wer blinder Zerstörungswut anheim gefallen war. Heute genügt es offenbar, den Mut aufzubringen, sich dem – nota bene ebenso blinden – Rassismus des Soziopathisch-Völkischen Proletariats entgegen zu stellen, um bereits als “Vandale” diffamiert zu werden:

 
 

O tempora! O mores!

 

[31.03.12] Bildungsprogramm

 

          … wer auch so einen Aufkleber haben möchte und mir verspricht, ihn angemessen zu “nutzen”, der bekommt ein Exemplar gratis und franko spendiert – Mail (mit verifizierbarer Versandadresse) genügt.

N.b.: Ich selbst beziehe die Ware jeweils “en bloc” aus dieser Quelle – die übrigens noch andere Nettigkeiten zu bieten hat …

 

[11.03.12] Birne Christoph

 

Dass Christoph Blocher mit der – nota bene: deutschen – Geschichte überaus kreativen Umgang pflegt, ist bereits bekannt (siehe unten). Dass Blocher’s Schergen überzeugt sind, ihren germanischen “Brüdern im Weingeiste” möglichst allen Scheiss nachmachen zu müssen, indes nicht, noch nicht …

Dabei sollte eigentlich jedem, der nicht nur seine eigenen Scheckbücher liest, längst aufgefallen sein, wie sehr die Partei, die am liebsten bar zahlt, jenem Saftladen gleicht, zu dem Helmut “die Birne” Kohl seinerzeit die Chronisch Debile Union gemacht hat.

 

[24.02.12] Schweizer Kabarett

 

Eigentlich könnte man sagen, der Menschenrechtskommissar des Europarates habe die Selbsternannte Volks-Partei zumindest indirekt gelobt, hat deren partout nicht enden wollendes Engagement für eine fremdenfeindliche Schweiz doch nunmehr, wie er meint, genügend “braune Früchte” getragen, um sogar von Europa aus erkannt zu werden – auch wenn Thomas Hammarberg höflicherweise verschweigt, als was …

Und wie reagieren die “Retter der Schweiz”? Anstatt sich zu freuen, dass wenigstens das Ausland ihre Bemühungen würdigt, beschimpfen sie den Kommissar als weltfremd und ahnungslos – so zumindest Alfred Heer, “bekennender Soziopath” und Mitglied des Europarates (- wer den da ‘reingelassen hat, will ich gar nicht wissen …).

Warum nur erinnert mich solches Affentheater Polit-Gebaren an einen Ausspruch von Urban Priol, der in Appenzell mal von der Bühne gejammert hat (- frei aus dem Gedächtnis zitiert):

“Ich fühl’ mich als Kabarettist irgendwie überflüssig: ich brauch’ ja abends nur noch vorzulesen, was die Politnasen tagsüber zusammengefaselt haben …”

 

[21.02.12] Dead Brain Talkin’

 

Was Christoph Blocher laut TagesWoche gestern abgesondert hat, zeigt einmal mehr die Logik der Partei, die ihm gehört der er angehört:

Das Asylwesen sei aus dem Ruder gelaufen, befand Nationalrat Christoph Blocher am Montag vor den Medien in Bern. Die Führung sei mangelhaft. Er dürfe das sagen, weil er als Justizminister die Asylzahlen habe senken können. Nun stiegen die Gesuchszahlen an, dabei sei “nichts Besonderes passiert” auf der Welt.

Dass einer, der sich selbst gerne als “König von Helvetien” sehen würde, den Arabischen Frühling als Petitesse betrachtet, lasse ich dabei bewusst unkommentiert: diese Form von Wahrnehmungsstörung habe ich schon bei Gadaffi nicht verstanden.

Was aus Blocher’s Sicht eine gültige Antwort auf die Asylfrage darstellt, ist indes kaum misszuverstehen: Schublade auf, Anträge ‘rein, Schublade zu – und schnell noch das Bundesamt für Migration “zerhacken”, damit niemand etwas ausplaudert.

Verbindet man derart, nun ja, eigenwillige Vorstellungen davon, wie man Probleme löst, damit, dass der alte Mann sich nach wie vor als Chef-Demagoge-Stratege seiner Partei sieht, fällt erschreckend leicht sich auszumalen, wie die Selbsternannte Volks-Partei auch all die anderen grossen Fragen beantwortet haben möchte, mit denen sich die Eidgenosschenschaft konfrontiert sieht (oder sehen sollte – aber lassen wir das) … Dazu fällt mir nur noch ein Spruch ein:

“Helvetia, beschütze uns vor diesen Wahnsinnigen!”

 

[18.02.12] Mülltrennung / Stadtreinigung

 

Wer sich die “neu verfönte” Monatszeitung Spatz genauer anschaut, mag auf den ersten Blick durchaus beeindruckt sein: zumindest auf meinem King-Size-Laptop sieht das digitale Machwerk unendlich viel besser aus als die hypermoderne TagesWoche (- die auf meinem Nokia E7 bis heute nicht lesbar ist, aber lassen wir das). Erinnert mich fast an das ZeitMagazin, als sich dessen Lektüre noch gelohnt hat (und schon bin ich wieder abgeschwiffen …).

Wovor ich allerdings nur warnen kann: zu lesen, was an Text zwischen den hübschen Bildchen ‘rumlungert. Damit aber meine ich im Beispielfall (01.2012) gerade nicht die mutmasslich reproduzierte Lobeshymne auf den “Master of Disaster”: solche intellektuellen Tiefflugübungen bieten durchaus Unterhaltungswert – wenn man sie als Realsatire auf ernsthafte Medienarbeit zu erkennen vermag.

Eher pathologischen Charakter bekommt das journalistische Vögelchen allerdings, wenn ihm “Wortmilben” das Gefieder zerfleddern, eingeschleppt beispielsweise von Daniele Muscionico und Kurt W. Zimmermann, beide als Mittäter an der WahnWoche einschlägig bekannt. Apropos “Mittäter”: wer das Orakel von Google bis zur (eigenen) Verzweiflung befragt, dem werden kryptische Hinweise zuteil, aus denen man folgern kann, dass es zwischen BaZ und Spatz wirtschaftliche wie auch personelle “Verknüpfungen” gegeben hat und immer noch geben könnte – wie auch, dass eine Wiederverwertung der Vogelzeitung als “Sättigungsbeilage” für eine gepimpte Blocher-BaZ im Rahmen des Vorstellbaren war und/oder ist … ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

[11.02.12] StaSi für Anfänger

 

Einen interessanten Beitrag zur politischen Bildung leistet dieser Tage ausgerechnet eine Gruppierung, der ich bislang weder die Fähigkeit zu seriöser Politik noch das Vorhandensein von Bildung zugetraut hätte: in einer Pressekonferenz forderten Mitglieder der Jung-SVP die Bewohner der Ost-Schweiz dazu auf, ihnen “Fälle von Missbrauch des Sozialsystems” zu melden – gerne auch anonym über die eigens hierfür eingerichtete Hotline …

Wer zumindest über hinreichende Kenntnis der “ausser-schweizerischen” Geschichte verfügt, um sich von solchen “Aufrufen” an StaSi-Methoden, wenn nicht gar Schlimmeres erinnert zu fühlen, dem sei versichert: derart stümperhaft wäre vielleicht der noch immer existierende Verfassungsschutz vorgegangen – aber gewiss nicht das Ministerium für Staatssicherheit. Jawoll.

Allen anderen sei geraten: nutzt die Chance und lernt, wie es ist, wenn “die Gesellschaft”, euer ganz persönliches Umfeld vom unaufhaltsam schleichenden Gift der Bespitzelung und des gegenseitigen Misstrauens zersetzt wird … Wer weiss, vielleicht werdet ihr dann sogar irgendwann verstehen, warum immer und überall gilt:

“Der grösste Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.”

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, “Politische Gedichte”, 1843)

 

[09.02.12] Die spinnen, die Basler!

 

Als vor ein paar Jahren Lord Helmchen angetreten ist, um eine damals durchaus renommierte Wochenzeitung in den Dienst Soziopathisch-Völkischer Propaganda zu zwingen, hat diese “intellekt-feindliche Uebernahme” zwar vereinzelt allergische Reaktionen ausgelöst – aber nichts sonst: noch heute, wo aus der Welt- längst eine WahnWoche geworden ist, wird sie auch von professionellen Medienschaffenden weiter behandelt, als hätte man es dabei mit einer seriösen Zeitung zu tun – und nicht mit einer Fallstudie über Psychopharmaka.

Parallel dazu richten Gratiszeitungen, die stark in der Presse, aber schwach im Geiste sind, einen intellektuellen Flurschaden an, der zumal auf lange Sicht weitaus gefährlicher sein dürfte als jede noch so perfide Kampagne einer selbsternannten Volkspartei – doch kein Widerstand regt sich, ausser vielleicht gegen Kurt Imhof, der in seiner Rolle als “Kassandra des Journalismus” vor der Rückführung des Menschen in seine Unmündigkeit warnt.

Dergestalt ermutigt, versucht Präsident Skroob seit mehr als einem Jahr, eine grosse regionale Tageszeitung in einen landesweit wirkenden “Polemic Booster” zu verwandeln (Ueli Mäder, sinngemäss) – und tausende von Basler Bürgern fangen an, deswegen sich und andere zu nerven … spinnen die? – Als “Ausgebürgerter” eines Landes, in dem unerwünschte Schriften immer wieder gerne verbrannt worden sind, frage ich mich und meinen Kachelofen: wo ist das Problem? Loch auf, Zeitung rein und gut is’!

Allein, die Basler Bürger sehen das anders, wie ihr Aktionsbündnis, in aller Bescheidenheit “Rettet Basel!” genannt, dieser Tage einmal mehr deutlich gemacht hat: in einer Abendveranstaltung wurde zwar kein Drogentest für Markus Somm gefordert, obwohl dessen zitierte Aussagen einiges Interessante hätten erwarten lassen – wohl aber wurde von der Redaktion der Basler Zeitung verlangt, zu seriösem Journalismus zurückkehren …

Die Frage, was darunter zu verstehen sei, spaltete das Podium der Referenten jedoch wenig überraschend entlang der traditionellen Bruchlinie von Kant vs. Kasse: auf der einen Seite forderten die Professoren, es müsse endlich (wieder) “geschrieben werden, was die Menschen bräuchten”; auf der anderen Seite beharrten drei Vertreter potentieller BaZ-Alternativen recht unverblümt darauf, “liefern zu müssen, was die Leser wollten”. Wie solche Konflikte zwischen Bedürfnisbefriedigung einerseits und Bildung & Aufklärung andererseits gelöst werden könnten, blieb einmal mehr im Dunkeln – zu dessen “Erhellung” auch nur wenig beitragen dürfte, dass sich das “real-existierende” Interesse der Redaktoren an konstruktiver Kritik von Seiten der Leser in durchaus überschaubaren Grenzen hält.

Wozu also der ganze Trubel, der doch immerhin rund dreihundert Menschen fast aller Altersstufen (mit Ausnahme von Kinderwagenfahrern und Rollator-Piloten) zusammen gebracht hat? Weil gerade für die Basler immer noch gilt, was der Berliner Walther Rathenau einmal gesagt haben soll:

Ein Volk denkt, indem die Menschen miteinander reden – und wenn sie folgenreich miteinander reden, ist das Volk souverän.

 

[30.12.11] Von Rhetoren und Demagogen

 

Nachdem Christoph Blocher selbst Vergleiche zwischen dem Nationalsozialismus und ihm bzw. seiner Partei hoffähig gemacht hat (siehe unten), spricht wohl auch nichts mehr dagegen, den bereits 1976 von Wolf Schneider in seinem Standardwerk über “Macht und Magie der Sprache” gezogenen Vergleich zwischen Cicero und Joseph Goebbels weiterzuführen – siegt doch auch bei den Führern der “Selbsternannten Volks-Partei” nicht selten Rhetorik über Realität …

Nicht zuletzt mit Blick auf die Geschichte (aus der zu lernen, wie’s scheint, nicht jedem gegeben ist), umschreibt Schneider dabei Rhetorik als “hinterlistige Kunst”, in deren Ausübung “Information nicht das Ziel, sondern eher den gefürchteten Abgrund bildet” – und warnt vor der “Technik der Verführung”:

Die Verführung ist die schlimmere Form der Aggression: sie wirkt tiefer als Drohung und Befehl, und dabei verletzt sie nicht. (…) Die Verführung will Einigkeit. Die Unterwerfung soll in netter Form erfolgen – sie soll nicht als Last, ja im Idealfall soll sie überhaupt nicht empfunden werden.

Dass insbesondere Demagogie, soll heissen: der Missbrauch von Sprache zum Zweck politischer Manipulation, hierin Regeln von beängstigender Zeitlosigkeit folgt, lässt erahnen, was Schneider aus historischen Texten entwickelt hat (und ich adaptiert habe) – sozusagen als “Handreichung für angehende Demagogen”:

- Man bediene sich einer volkstümlichen und simplen Sprache.
- Man ziele vor allem auf’s Gefühl.
- Man wähle geeignete Schlag- und Reizwörter.
- Man stelle wenige grundsätzliche Behauptungen auf.
- Man wiederhole Reizwörter und Behauptungen unermüdlich.
- Man übertreibe und verneble generell.
- Man verwische die Grenzen zwischen Fakten und Fiktionen.

Wer sich dieses schlichte Regelwerk vor Augen hält, wenn er Blocher, Brunner, Baader und Konsorten lauscht, wird hoffentlich nicht umhin kommen zu erkennen: “Aehnlichkeiten sind weder zufällig noch ungewollt.”

[01.01.12] Nachtrag: “Praktische Demagogie”

Bewusst ausgelassen habe ich Schneider’s Anweisung, “den Gegner mit allen Mitteln niederzuringen” – wird ein solcher Kampf doch selten nur mit Worten geführt, wie dieser Tage Christoph Blocher höchstselbst vorzuführen beliebt hat: seinen (zugegebenermassen dilettantischen) Versuch, den Präsidenten der Nationalbank zu diskreditieren, meinte der SVP-Chefdemagoge immerhin mit offenkundig rechtswidrig erworbenen Dokumenten “begründen” zu müssen …

[10.01.12] Nachtrag: “Neues Schweiz-Land”

Bekanntermassen war Blocher’s Krieg gegen Hildebrand am Ende doch von Erfolg gekrönt (für den die Schweizer noch teuer werden bezahlen müssen, aber das ist ein anderes Thema …) – einem Erfolg indes, der ihm versagt geblieben wäre, hätten ihm die eidgenössischen Medienschaffenden nicht allesamt (minus Journal 21) Gefolgschaft geleistet, und zwar freien Willens, dafür aber in einer Ergebenheit, von der selbst Genosse Honecker nur träumen konnte …

 

[17.12.11] Vom Umgang mit der Geschichte

 

Dass Christoph Blocher von sich aus Vergleiche zieht zwischen seiner “Sippschaft” und den Nationalsozialisten, könnte man als Versuch der Rückkehr zur Realität auffassen.

Seine offenkundige Verwechslung von Tätern versus Opfern lässt allerdings auch erahnen, wie weit der Weg noch ist, den dieser “weder arme noch Irre” dabei vor sich hat …

 

[15.12.11] Von Eid- und anderen Genossen

 

Nachdem mein jüngstes Adoptivkind heute offiziell eingebürgert worden ist, stellt sich nunmehr die Frage nach der gesellschaftlichen Integration unserer neuen “Eidgenossin”: Ob ich sie beim SVP-Nachwuchs anmelden soll? Immerhin ist sie in der Wolle braun gefärbt, hunderprozentig blind – und belfert wie ein Profi …

 

[24.11.11] Von der Methodik des Wahnsinns

 

Was im “digitalen” Tages-Anzeiger schamhaft unter den Regionalmeldungen versteckt worden ist, hat durchaus Bedeutung für die Politik der gesamten Schweiz – man muss nur sehr genau lesen, was Peter Stocker zu Protokoll gegeben hat …

Einerseits stellt der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Zürich unmissverständlich fest, dass die von der SVP im Rahmen ihrer “permanenten Kampagne” gegen Ausländer konstruierten Zusammenhänge (s)einem Abgleich mit der Realität schlicht nicht standhalten.

Andererseits (ver-) erklärt das SVP-Mitglied ebendiese Kampagne zu einem legitimen, gar notwendigen Mittel, um die Wahrnehmungen der Bevölkerung ernst zu nehmen.

Interessant ist dabei weniger die zum Ausdruck kommende, bei Soziopathen keineswegs unübliche Schizophrenie – als vielmehr, dass mit den in Frage stehenden “Wahrnehmungen” offensichtlich genau jene Aengste gemeint sind, die zu schüren seit Jahren zentrales Anliegen der Selbsternannten Volks-Partei ist.

“Deutsch und deutlich” formuliert: Blocher und Konsorten versprechen, mit ihrem “Sarazzinesken Rassismus” nur Probleme zu lösen, die das Schweizervolk ohne die SVP niemals gehabt hätte.

“Den Teufel spürt das Völkchen nie,
und wenn er sie beim Kragen hätte.”

(J. W. von Goethe, “Faust, 1. Teil”)

 

[24.10.11] Von echten und falschen Schweizern

 

“Schweizer wählen SVP” – so ein zentrales Dogma der eidgenössischen Soziopathie …

Bei den gestrigen Nationalratswahlen hat nun Blocher’s Braune Bande circa 25.3 Prozent aller abgegebenen Stimmen erhalten – was bei einer Wahlbeteiligung von circa 48.6 Prozent bedeutet, dass sich gerade einmal 12.3 Prozent aller Wahlberechtigten für den intellektuellen Sonnenuntergang entschieden haben.

Die Wahnvorstellungen der SVP-Dogmatiker konsequent zu Ende gedacht, kann aus diesem Ergebnis eigentlich nur ein Schluss gezogen werden: 87.7 Prozent der Schweizer sind in Wirklichkeit Ausländer !?!

N.b.: dass bei den parallelen Ständeratswahlen der Leithammel der SVP, Zottel Toni Brunner, gegen die Eiserne Lady von der FDP, Karin Keller-Sutter, selbst im eigenen Wohnort nicht den Hauch einer Chance gehabt hat, möge für sich selbst sprechen …

(Meinen Dank an @KuttiMC bzw. @Ugugu für ihre Anregungen ;-) Statistiken zur Wahl: Schweiz (gesamt) / Kanton St. Gallen)

 

[04.10.11] Vom Grundsätzlichen zum Entsetzlichen

 

Dass Elemente des Soziopathisch-Völkischen Proletariats sich dieser Tage ausgerechnet in einem Zoo versammelt haben, hätte mensch als Zeichen der Hoffnung ansehen können (von wegen “Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung” und so) – wäre vom daselbst geballten Wahnsinn nicht beschlossen worden, noch eine Hetzkampagne gegen Ausländer (ohne die, nüchtern betrachtet, auch die obersten Proletarier nicht leben könnten) anzuzetteln.

Da nun aber eine Gegeninitiative zur Ausschaffung der SVP (beispielsweise wegen ebenso vorsätzlicher wie systematischer Missachtung der schweizer Verfassung) an zu wenig Mut zu vieler Eidgenossen scheitern würde, bleibt wohl nur noch der intellektuelle Kampf Mensch gegen – ja, was eigentlich? Homo neanderthalensis blocherensis?

Wie auch immer – wer sich der finalen Verblödung entgegen stellen will, findet durchaus Gleichgesinnte, im virtuellen wie auch im wirklichen Leben. Möge Kant uns beistehen …

“Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! ‘Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!’ ist also der Wahlspruch der Aufklärung.”

(Immanuel Kant, “Was ist Aufklärung?”)

 


 

 
   (Quelle: Schweizer Fernsehen, 20.01.2012)
 
(Video: aus dem “Journalistenschredder”)
 

 

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